Jahreslosung 2026

Gott spricht: 
Siehe, ich mache alles neu! 
Offenbarung 21 Vers 5 
 
 
Was ist nicht alles neu am Anfang eines neuen Jahres! Der Kalender. Viele neue Verordnungen und Gesetze, die jetzt in Kraft treten. Viele neu gefasste gute Vorsätze, was nun endlich anders werden soll. 
Und jetzt auch noch Gott: „Siehe, ich mache alles neu!“ – Alles! Drunter macht es unser himmlischer Vater nicht. „Alles“ ist eins der Lieblingsworte in den Jahreslosungen der letzten Jahre: 2024 sollte alles in Liebe geschehen. 2025 waren wir aufgefordert, alles zu prüfen. Und jetzt soll alles neu werden. Immerhin: Dieses Mal keine Aufforderung an uns, sondern ein Versprechen: Gott selbst nimmt sich vor, alles, aber auch wirklich alles neu zu schaffen. Und wir sind eingeladen, zu sehen: „Siehe!“ Und zu staunen, was uns in Gottes neuer Welt erwartet. 
 
Gott selbst schafft einen weiten Blick. Er beschreibt uns durch das, was er den Johannes sehen lässt, ein Zielfoto, das uns lockt. Es lockt uns, erhobenen, nicht gesenkten Hauptes ins neue Jahr zu gehen. So wie jemand, der ein lohnendes Ziel vor Augen hat. Egal, was uns an Terminen und Aufgaben, an Erfolgen und Niederlagen, an Prüfungen und Abschlüssen, an beruflichen oder familiären Veränderungen erwartet: Am Ende gehen wir auf Gottes neue Welt zu. Wir kennen den Zeitpunkt noch nicht, an dem wir diese Vollendung erleben. Aber die Aussicht darauf kann und soll jetzt schon unser Leben prägen. Wo wir nämlich so eine Perspektive im Blick haben, sie ernst nehmen, da bringt das in Bewegung, da setzt das Energie frei und hilft durchzuhalten. Wer weiß, dass er darauf zulebt, für den verliert das Mühsame zumindest an Gewicht. Wir kennen das im Kleinen: Die Aussicht, dass durch die Operation die Schmerzen aufhören, geben einem Kraft, sie bis dahin besser auszuhalten. Schauen wir also das Zielfoto, das Gott uns hier gibt, genauer an. 
 
1. Alles neu – Gott vollendet, was er begonnen hat! 
Was der Seher Johannes hier im Auftrag Gottes aufschreiben soll, erinnert stark an die Schöpfung dieser Erde, wie sie im ersten Mosebuch erzählt ist. Das ist nicht zufällig. Gott fängt noch einmal neu an. Weil auf dieser alten Erde so vieles kaputtgegangen, vergiftet ist – und wir Menschen das trotz allen guten Willens und aller Bemühungen nicht in den Griff kriegen, fängt Gott nochmal neu an: Kriege und Klimakrise, das Gegeneinander in der Gesellschaft und der Neid und Streit im Kleinen, Krankheit und Schmerzen, Leid und Tod – das alles wird nicht mehr sein! Schon wir Menschen geben keine Ruhe, wenn wir was nicht gut läuft. Wenn sich ein Fehler im System eingeschlichen hat, wird gesucht, bis er gefunden ist. So macht es der große Schöpfer auch. Er verlegt die Firma nicht, weil es nicht so läuft, wie er wollte. Er erneuert sie aber grundlegend. 
Die griechische Sprache kennt zwei Worte für neu: „neos“, neu im Sinn von jung, als Gegensatz zu „alt“. Das Neue wird aus der zeitlichen Perspektive betrachtet. Und „kainos“, neu im Gegenüber zu vergänglich und wertlos. Das Neue wird also qualitativ betrachtet. Genau dieses Wort findet sich hier. Wenn Gott alles neu schafft, dann bringt das eine neue Qualität von Leben. Und bevor Ihr jetzt Angst kriegt (vielen wird es ja mulmig, wenn es um „Neues“ geht): Das „Neue“, das Gott schafft, hat längst begonnen! Jesus hat gesagt, dass wir durch ihn „neu“, „von oben“, geboren sein können (Joh. 3). Und Paulus schreibt: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur, das Alte ist vergangen, Neues hat angefangen zu werden.“ (2. Kor. 5, 17). Der neue Bund ist längst geschlossen. Das Zielfoto, das wir heute anschauen dürfen, zeigt: Genau das wird vollendet, wird sich umfassend durchsetzen! Am Ende wird Jesus der Sieger sein und das, was er so klein und unscheinbar in vielen einzelnen Nachfolgerinnen und Nachfolgern begonnen hat, wird sich durchsetzen – und dann wird es gut sein, ein für allemal. „Alles neu“ – das heißt: All das Unheil dieser Welt wird ein für allemal ein Ende finden. Darauf können wir uns verlassen. Alles neu – drunter macht es der himmlische Vater nicht.
 
2. Alles neu – Jetzt schon in der neuen Wirklichkeit leben! 
Als der Seher Johannes lebte, war die Welt nicht besser als heute. Es war die Zeit der ersten Christenverfolgung. Johannes selbst hat es schwer getroffen. Weil er sich zu Jesus bekennt, ist er auf die Gefängnisinsel Patmos verbannt. Das ist kein Ferienort! Die Bedingungen sind fürchterlich. Und wenn Johannes sich von seinem Glauben an Jesus distanzieren würde, könnte er leicht wieder freikommen. Vielen anderen Christen ging es genauso, geht es bis heute genauso. Aber sie halten fest an Jesus, weil das die Gewissheit ist, die Gott ihnen geschenkt hat: Es lohnt sich! Und sie kriegen neue Kraft, ihren Glauben zu leben. Das Zielfoto zeigt es. Wer zu ihm gehört, erlebt diese neue Wirklichkeit in Vollendung! Ist dabei, wenn Gott alles neu gemacht haben wird, weil er jetzt schon neu gemacht wurde.
 
Diese Perspektive setzt bis heute Energie frei. Fröhliche Zuversicht. Es lohnt sich, jetzt schon nach Gottes Maßstäben zu leben. Jetzt schon die Gedanken und das Handeln auszurichten auf das, was Gott vollenden wird – und was er längst begonnen hat! Es ist doch in anderen Dingen genauso: Wer auf den ersten Urlaubstag wartet, ist nicht im Standby-Modus, wo alle Funktionen runtergefahren sind. Der plant, kauft ein, bereitet vor, lebt auf diese Zeit hin! Wer Jesus nachfolgt, macht es genauso! Lebt so, wie er es will. In der Erwartung, dass er einmal alles vollendet. Das verändert die Prioritäten, ja. Wir sehen die (alte) Welt in einem neuen Licht. Jetzt schon. 
 
„Siehe, ich mache alles neu!“ Für mich ist es das schönste Bild zur neuen Jahreslosung: Diese Schale, die nach Kintsugi, einer alten japanischen Kunst gestaltet ist. Diese Schale war zerbrochen. Sie wurde aber nicht weggeworfen und entsorgt, sondern erneuert. Die Bruchlinien wurden mit Gold verbunden. So wurde diese Schale neu, einzigartig, kostbar. 
 
Genau das macht Gott mit seinen Kindern. Ja, da ist auch viel zerbrochen, jedenfalls wenn ich in mein Leben schaue. Aber Gott wirft uns nicht weg. Er erneuert uns. Grundlegend. So, dass aus den Bruchstücken Neues entsteht. Schritt für Schritt, Tag für Tag. Und seine Liebe, seine Zuwendung, seine Gnade, seine Vergebung füllen die Brüche meines Lebens aus. Ganz sicher wird er das vollenden. 
Denn er, der das gute Werk in uns angefangen hat, gibt keine Ruhe, bis es auch vollendet ist (Phil. 1,6). Das verspricht er: Siehe, ich mache alles neu! Alles! Drunter macht es der himmlische Vater nicht. 
 
Deshalb lebe ich fröhlich und zuversichtlich meinen Glauben, nicht nur in den guten Zeiten meines Lebens, sondern auch da, wo es mühsam ist. Weil ich diesem Versprechen vertraue, das Gott uns gibt: 
„Siehe, ich mache alles neu!“ 
Amen